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Vom anderen Stern oder einfach nur achtsam?

Ich bin zurück. Ganz still und heimlich, ohne große Ankündigung.
Neues Blogdesign, neue – persönlichere – Themen.

Ich freue mich auf das, was kommt.

Weil ich schon immer eher spät zur Arbeit gehe, wird mir oft unterstellt, ich würde ausschlafen.
“Na, ausgeschlafen?“ ist nicht selten eine Frage, die im Büro noch vor dem „Guten Morgen“ gestellt wird.

Ich habe mich dann oft angegriffen gefühlt. Ein schlechtes Gewissen, den anderen gegenüber, hatte ich natürlich auch.

“Du hast doch gar keine Ahnung.“
“Stell dir vor, auch mein Wecker klingelt um 05:00 Uhr.“

 

So oder so ähnlich sahen meine Reaktionen dann oft aus.
Es hat sehr lange gedauert und viel Auseinandersetzung mit mir selbst gebraucht, um zu verstehen, dass das zwar deren Sicht der Dinge ist, das aber rein gar nichts mit mir selbst zu tun hat.
Die Wahrheit ist nämlich, sie wissen nicht, wie es ist, genauso wenig, wie ich deren Befindlichkeiten kenne.

Ich brauche die Zeit, um bewusst in den Tag zu starten und einfach ganz bei mir zu sein.
Aus dem Bett springen und direkt in den Tag starten, war noch nie meins.
Zugegeben, bin ich manchmal ein bisschen neidisch auf diese Leute, die direkt voller Energie oder auch einfach so diszipliniert sind.
Allerdings weiß ich, dass es auch Menschen gibt, die gern diese Achtsamkeit hätten, wie ich sie habe und lebe.
Natürlich kann ich auch mit Hektik und Stress umgehen, aber ich mag das einfach nicht, weil es mir nicht gut tut.

Gerade, wenn man hochsensibel ist, nimmt man die Dinge ganz anders wahr.

Leider können das viele, die es nicht betrifft, nicht nachvollziehen und auch in der Arbeitswelt finden Themen wie Hochsensibilität, Achtsamkeit, Introversion etc. oft wenig Beachtung oder stoßen eher auf Unverständnis.

Ich brauche Zeit.
Zeit, um mich und meinen Körper zu spüren.
Zeit, um meine Umgebung bewusst wahrzunehmen.
Zeit für meine morgendlichen Rituale wie Kaffee oder Tee kochen und eine kleine Yoga Einheit.
Zeit, um ganz bei mir zu sein.

Als Kind durfte ich mir immer anhören, warum ich denn immer nur sooooo sehr rumtrödeln würde, ob ich denn nicht mal schneller machen könnte, warum ich mir dieses und jenes so genau ansehen muss, warum ich denn nur so fürchterlich langsam essen würde oder immer Ewigkeiten brauche, um mich fertig zu machen usw. usw. usw.

Heute weiß ich, auch damals schlummerte diese Achtsamkeit schon in mir.
Leider hat es bis heute gebraucht, um das zu verstehen und auch, dass das etwas wirklich Gutes ist.

Meine Mama sagt immer, ich wäre von einem anderen Stern, weil sie mit Spiritualität, Mindfulness und dem bewussten Leben nicht so viel anfangen kann.

Wer weiß, vielleicht bin ich das ja auch einfach wirklich.

Ich denke aber auch, dass ich damit nicht alleine bin und es da draußen vielen von euch genauso geht und sie sich wie „von einem anderen Stern“ fühlen.

Wichtig ist, dass wir das Außen draußen lassen und wir selbst bei uns im Inneren bleiben.

“Rede du mal schön, ich bin mit mir im Reinen“.

Für 2022 jedenfalls habe ich mir vorgenommen, viel mehr auf mich selbst zu hören und meinen eigenen Weg zu gehen.

Lasst uns gemeinsam mehr auf uns selbst achten.

Ich wünsche euch wundervolle Weihnachten.

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